Dokumentarfilm - Ein Exposé von Robert Gummlich

 

Der Plan

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Natürlich sieht sich der Equilibrismus – ebenso wie andere Utopien – dem Vorwurf ausgesetzt, dass ein dermaßen radikaler Wechsel wirtschaftlich wie gesellschaftlich in einer globalisierten Welt niemals innerhalb eines einzelnen Landes durchführbar sein wird. Und weltweit natürlich erst recht nicht. Außerdem gibt es für Utopien naturgemäß keine Erfolgsgarantien, Langzeitbeobachtungen oder Risikoabschätzungen, was in unserer erfolgsorientierten Welt schon für sich genommen meist die Diskussion über eine potentielle Umsetzung sehr früh beendet.

Aus diesem Grund hat sich Eric Bihl entschlossen, einen anderen Weg zu beschreiten, die Umsetzung seiner Utopie voranzutreiben. Und davon handelt dieser Film: 

Nach der Formulierung der Ideen des Equilibrismus in einem Sachbuch hat sich Eric Bihl auf die Suche nach einem geeigneten Autor gemacht und in Dirk C. Fleck nach langer Überzeugungsarbeit endlich gefunden. Die Aufgabe war ebenso schnell formuliert wie schwer zu erfüllen: Einen Zukunftsroman entwickeln, der an einem geeigneten Ort dieser Welt die Umsetzung der Utopie darstellt und einen positiven, realistischen Eindruck der Ideen vermittelt, verbunden mit einer spannenden Rahmenhandlung, die den Leser in ihren Bann zieht.

Die explizite Skepsis, der fast aggressive Widerwillen Flecks gegenüber positiven Zukunftsvorstellungen löste sich erst auf, als nach ausgiebiger Recherche Tahiti als geeigneter Spielort festgelegt wurde. Da Tahiti als „Französisches Übersee Territorium“ immer noch der EU angegliedert ist, spiegelt es sowohl positiv in der Rechts- und Sozialsystem, aber auch negativ z.B. in Bezug auf Umwelt- und Entsorgungsprobleme die Verhältnisse der EU, jedoch mit völlig anderen spirituellen Wurzeln.

So hat es eine gesellschaftliche Nähe zur EU, ist aber durch seine Lage völlig abgeschieden von allen Weltentwicklungen und für die meisten Wirtschaftsentwicklungen vollkommen unerheblich. Damit stellt es einen idealen Schutzraum für ein öko-soziales Experiment dar. Während einer Recherchereise wurde Fleck von der Magie des Ortes gefangen genommen und zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder mit einem für ihn ungewohnten Gedanken konfrontiert: Dass eine positive Zukunftsvision tatsächlich auch für ihn wieder vorstellbar ist.

Damit steht seine Wandlung, die sich übrigens so auch im dramaturgischen Verlauf des Buches wieder finden lässt, für die gewünschte Wandlung vieler Skeptiker. Denn das Tahiti-Projekt mit dem enthusiastischen Eric Bihl als innovativem Motor will nicht schon die absolute Lösung sein. Dennoch gelingt ihm etwas, dass in unserer heutigen Gesellschaft selten geworden ist: Einen optimistischen Blick in die Zukunft zu wagen und nicht schon alles verloren zu geben.

Insofern stellt das Tahiti-Projekt eine Besonderheit in allen Zukunftsbetrachtungen dar: Nicht die Machtlosigkeit des Individuums gegenüber Konzernen, Umweltkatastrophen und fehlende Perspektiven sind das Thema, sondern blanker Optimismus, gepaart mit Rückbesinnung auf traditionelle Werte. Und endlich der Entwurf eines positiven ganzheitlichen alternativen Systems.

Interessanterweise hat sich der Umweltminister Tahitis (in Vertretung des Premierministers), das sich – Erbe der langen Kolonialherrschaft Frankreichs – mit zahlreichen Umweltproblemen auseinander zu setzen hat, ausführlich mit dem Autorengespann und ihren Ideen beschäftigt. Im Moment wartet er auf die französische Übersetzung, um die möglichen Veränderungen den anderen Mitgliedern der Regierung zu vermitteln. Das alleine stellt schon eine wirklich charmante Besonderheit dieser Utopie dar: Ein Ort, an dem man die Umsetzung konkret erwägt!

Man stelle sich Angela Merkel oder Sigmar Gabriel bei einer Konferenz mit Andreas Eschbach, Frank Schätzing, Michael Ende oder Dirk C. Fleck vor, die ihnen eine ernsthafte fiktive Entwicklung der Bundesrepublik auseinandersetzen. In Europa absolut undenkbar, am anderen Ende der Welt bereits erlebte Realität! Europäische Politiker tendieren immer noch dazu, eher Lobbyisten Aufmerksamkeit zu schenken.

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Die Maeva Trilogie

Maeva Trilogie frei t

Das Tahiti Projekt ist der erste Teil der Maeva Trilogie.

Danach erschienen sind

Maeva (Der Südsee Virus)

sowie

Feuer am Fuss

Die Romane sind dennoch eigenständige Geschichten und können problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

 

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